Das Erbgericht von 1501 bis 2003


Das 1. Erbgericht von 1501 bis zum Dorfbrand 1729 stand am Südwestrand der Dorfes. Es lag zwischen der heutigen Straße Am Hellerrand und der Hendrichstraße.  Die Eigentümer waren Richter und Erbrichter zu Klotzsche.

1501:   Richter Zceissigk zu Klotzscha

1547:   Richter Hans Zceißke zu Klotzsche

1578:   Richter Martin Stuler zu Klotzsche

1589:   Erbrichter Eberhard Rohrbach

1590:   Erbrichterin Rohrbach, Witwe des o.g. Rohrbach

1607:   Erbrichter Georg Zschimmer

1633:   Besitz des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen

1659:   Erbrichter Nicolaus Hanrion

1694:   Erbrichter Christoph Pohle


Im Jahre 1729 baute man das Erbgericht im Dorfkern von Altklotzsche neu auf. Der Standort änderte sich bis zum Abriss im Jahre  2003 nicht mehr.  Das Gebäude veränderte im Laufe der Zeit seine Fassade und auch die Innenausbauten wurden der jeweiligen Zeit angepaßt. Die neuen Eigentümer waren nun:

1729:   Erbrichter  Friedrich Pohle

1748:   Erbrichter Johann Eichhorn

1754:   Erbrichter Adam Gottfried Eichhorn

1780:   Witwe Anna Marie Eichhorn

1784:   Frau Anna Rosine Thieme

1792:   Erbrichter Clementz Thieme

1794:   Erbrichter Johann Gottlieb Hofmann

1820:   Erbrichter Friedrich Hofmann

1839:   Herr  Johann Gottlieb Becker

1896:   Herr Friedrich August Hübner

1907:   Herr Karl Köhler

1912:   Herr Hermann Schaffrath

1919:   Herr Georg Kettner


1945 ging der Besitz an die Stadt Klotzsche über und 1948 fand der Umbau in  "Stadtsäle Klotzsche" statt.

   

1950 durch die Eingemeindung von Klotzsche war nun die Stadt Dresden der Besitzer des Gebäudes. Es wurde für kulturelle Veranstaltungen zum einen und als Wohnheim zum anderen genutzt.

                      



1959 mit Beginn der Flugzeugindustrie in Klotzsche wurden die VEB Flugzeugwerke Dresden neuer Eigentümer. Das Haus erhielt nach einem Umbau den klangvollen Namen " Klubhaus der Flugzeugbauer". Es fanden jetzt Festveranstaltungen der Werktätigen statt. Das Haus wurde zu einem kulturellen Zentrum auch für die übrigen Einwohner von Klotzsche. Neben der Gaststätte und dem Saal sorgte auch eine Aerobar für viele gemütliche Stunden.





1962 kam das Aus für den Flugzeugbau in Klotzsche und die Stadt Dresden übernahm das "Klubhaus Friedrich Wolf" wieder in ihrem Besitz. Als Kulturstätte blieb das Klubhaus bei allen Klotzschern und deren Gäste eine begehrte Einrichtung bis zum Ende. Im Saal fanden Tanzveranstaltungen und Filmvorführungen statt. Die Gaststätte war für ihre gute Küche bekannt. Es gab eine Kegelbahn und eine Turnhalle für alle. Die Schüler der 83.Oberschule nutzten die Turnhalle für ihren Schulsport und die Schulspeisung wurde eine Zeit lang in der Gaststätte gereicht. Das künstlerische Volksschaffen, so nannte man es einst, fand hier eine Vielzahl an Gemeinschaften. Turnen, Tischtennis oder Judo in der Turnhalle; Kegeln auf der Kegelbahn oder viele musische Beschäftigungen wie Chorsingen, Akkordeon spielen, Tanzen mit Klavierbegleitung unter Leitung von Frau Feiertag und nicht zu vergessen, Theaterspielen mit Frau Monika Lisa Kunath, all das konnte man ausprobieren. Für die etwas reifere Jugend gab es ein Kabarett, den Chor Friedrich Wolf, ein Akkordeon-Mandolinenorchester und im Billardzimmer mehrere Billardtische. Im Schachzimmer trafen sich neben den Schachfreunden auch die Philatelisten und die Aquarianer.





1980 übernahm der HO Gaststättenbetriebe das Haus, der Name " Casino Klotzsche"  wurde aber weniger bekannt. 


1989/90 sollte sich nun alles ändern. Der gesamte Gebäudekomplex war heruntergewirtschaftet und dem weiterem Verfall preisgegeben. Es gab wohl einen Rückübertragungsantrag der Erben des letzten Eigentümers. Dieser blieb aber ohne Ergebnis.


1992 im Mai begann die Nutzung der Räume durch den Musikverein Paukenschlag e.V.


Aufnahme: Musikverein Paukenschlag


1996 baupolizeiliche Sperrung des gesamten Gebäudes.

                                              




2003 begann der Abriss des traditionsreichen Gebäudes. Die entstandene Baulücke wurde durch                      4 Doppelhäuser mit ortstypischem  Baustil geschlossen.   


                              

         


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